Angststörung

WAS IST EINE ANGSTSTÖRUNG?

Angstgefühle sind von Natur aus weder krankhaft noch unnatürlich, sondern überlebenswichtig. Angst hilft uns Gefahren wahr zu nehmen und lebensnotwendige, oft unbewusste Verhaltensmuster, wie der Blick nach links und rechts vor dem Überqueren einer Straße, zu erlernen. 

Angst ist Fluch und Segen zugleich. Angst kann uns lähmen, erstarren lassen und ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit auslösen. Angst, in milder Ausprägung ist aber auch ein Motor der uns antreibt uns weiter zu erproben um selbstsicherer zu werden, um dem Leben ein Mehr an Lebendigkeit und Lebensspielraum zu ermöglichen.

Bei Angststörungen ist dieser Entwicklungsprozess blockiert, die Angst wird übermächtig und lebensbestimmend. Dadurch wird die Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung und Lebensgestaltung zunehmend eingeschränkt. Betroffene fühlen sich gefangen, unfrei und ständig bedacht mögliche angstauslösende Situationen oder Objekte zu meiden. Um diesem Teufelskreis und der oft damit einhergehenden Depressivität zu entkommen wird vielfach Alkohol oder Beruhigungsmittel als Selbstbehandlungsversuch eingesetzt womit ein zusätzliches Problem entsteht.


SYMPTOME VON ANGSTSTÖRUNGEN

Die Symptome einer Angststörung können sich langsam mit der Zeit entwickeln oder wie aus dem Nichts plötzlich auftreten. Wenn der Mensch Angst erlebt wird sein Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Da Patienten welche unter einer generalisierten Angststörungen leiden anfänglich überwiegend über körperliche Beschwerden klagen wird die Diagnose vielfach erst nach Jahren der Erkrankung gestellt. Ganz ähnlich bei plötzlich auftretenden Panikattacken wo körperliche Symptome im Vordergrund stehen und die psychische Ursache verdecken.

DIAGNOSE EINER ANGSTSTÖRUNG

Die Diagnose einer Angststörung ist vielfach wegen der im Vordergrund stehenden körperlichen Symptome erschwert.

Wichtig ist deshalb das ausführliche ärztliche Gespräch in dem die Dauer und Intensität sämtlicher Beschwerden erhoben werden. Danach ermöglichen gezielte Fragen die beschriebenen Symptome einer Erkrankung zuzuordnen und gleichzeitig Andere auszuschließen. Entscheidend ist hier immer die subjektive Sicht des betroffenen Menschen mit der faktenbasierenden Einschätzung des Arztes in Einklang zu bringen. 

Da Angststörungen auch durch organische Erkrankungen ausgelöst werden können, erfolgt gleichzeitig eine diagnostische Routineuntersuchung. Gezielt werden dabei mögliche körperliche Ursachen ausgeschlossen.

Erst die seriöse, medizinische Diagnosestellung ermöglicht die gezielte, individuelle Therapieempfehlung.


BEHANDLUNG EINER ANGSTSTÖRUNG

Abhängig vom Schweregrad der Angststörung bieten sich psychotherapeutische wie auch medikamentöse Interventionen an. Bei einer psychopharmakologischen Behandlung gilt es dem Patienten die Wirkung sowie mögliche Nebenwirkungen der in Frage kommenden Medikamente darzulegen. Gleichzeitig sind Unverträglichkeiten mit einer bereits bestehenden Medikation (z.B. Medikamente gegen Schmerzen, Bluthochdruck oder Diabetes) zu überprüfen. Dies ist Grundlage einer gemeinsam getroffenen Therapievereinbarung.

Ganz ähnlich verhält es sich bei anderen Therapieoptionen. 

So sind beispielhaft psychotherapeutische Interventionen der Schwere der Erkrankung und den individuellen Lebensumständen anzupassen und regelmäßig auf deren Wirksamkeit zu überprüfen. Auch regelmäßige Bewegung oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann als ergänzende Maßnahme hilfreich sein.